Die Entscheidung ist gefällt. Schottland hat mit 55% dafür gestimmt, Teil des vereinten Königreichs zu bleiben. In einer Rede im Anschluss sagte David Cameron, dass „die Botschaft angekommen sei“ und Schottland zukünftig mehr Autonomie bekommen soll.

Wie das konkret aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Ich beobachte, dass Autonomie eines der stärksten menschlichen Bedürfnisse ist. Es ist auch eines der Bedürfnisse, die die krassesten Handlungen hervorrufen kann, wie zahlreiche Autonomie-Kriege zeigen.

Dass überhaupt das Referendum auf eine Art stattfinden konnte, die ich für sehr konstruktiv hielt, finde ich schon einen wichtigen Schritt um Autonomie leben zu können.

Wenn man mal auf die reine Bedürfnisebene geht, sehe ich vor allem die Bedürfnisse Autonomie und Gemeinschaft, die sich gegenüber stehen. Möglicherweise kommen noch Bedürfnisse wie Wertschätzung, Akzeptanz, Sicherheit etc. hinzu, aber ich möchte mich vorerst vor allem auf Autonomie vs. Gemeinschaft konzentrieren. Nebenbei ein Konflikt den ich in kleinerem Stil oft bei Team-Projekten beobachte.

Auf Ebene der Strategie gab es im Referendum nur 2 Ausgänge: Autonom werden oder in der Vereinigung bleiben. Auf der Bedürfnisebene lassen sich Autonomie und Gemeinschaft sehr wohl vereinen, wenn man kreativ etwas rumspinnt. Wenn sich also die Menschen zusammensetzen und überlegen „Wie können wir möglichst viel Autonomie erreichen und trotzdem eine funktionierende Gemeinschaft erhalten“ und dabei nicht nur Kompromisse finden sondern kreative Möglichkeiten der Kooperation, müsste das machbar sein.

Aus meiner Arbeit weiß ich: Themen die nicht behandelt werden, poppen immer wieder auf, bis ihnen Aufmerksamkeit geschenkt wird. Wenn jetzt also nichts passiert, kommt es früher oder später wieder auf den Tisch. Ich bin gespannt in welcher Form das sein wird.

Schottlands Unabhängigkeit

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